NC-Schütz mit Öffner-Hauptkontakte 3- oder 4-polig

Ein Öffner-Schütz besitzt Hauptkontakte, die "normal" geschlossen sind. Man sprich auch vom NC-Schütz für "normaly closed".  Normal meint, bei stromloser und unerregter Magnetspule. Im Schaltbild steht die Spule auf AUS.

Ein Öffner-Schütz öffnet seine Hauptkontakte erst dann, wenn seine Magnetspule erregt wurde. Einen Öffner-Schütz muß man einschalten, um seine Hauptstromkreise auszuschalten.

Ein 3- oder 4poliger Öffner-Schütz unterbricht seine Hauptstrombahnen (L1 nach T1,...) erst, wenn seine Magnetspule erregt wurde und das Schütz anzieht.

Leistungschütze mit 3- oder 4-Öffner-Hauptkontakten sind "stromlos geschlossen". Ein an den Öffner-Schütz angeschlossener Verbraucher wird also immer über die Hauptkontakte versorgt - obwohl das Schütz nicht angezogen und dessen Magnetspule nicht erregt ist.

Öffner-Schütz = NC-Schütz:

Für Öffner-Schütze sind verschiedene Bezeichnungen im Umlauf. Insgesamt sind sie nicht so häufig vertreten wie die gängigen Schließer-Schütze. Verbreitet sind diese Bezeichnungen:

> Reverse-Schütz (daher stammt auch das R in der Kontaktbezeichnung)
> NC-Schütz (Normal Close, normal geschlossen)
> Schütz mit Ruhekontakt (weil ruhend kontaktiert)

NC meint "Normal Close" und "normal" meint: die Magnetspule des Schütz ist "stromlos und spannungsfrei" und nicht erregt, nicht angezogen.

 


Vorteile von Öffner-Schütze:

Mit Öffner-Schütze kann man den Stromverbrauch einer Steuerschaltung reduzieren. Zumindest dann, wenn die Hauptkontakte des Schütz die meiste Zeit geschlossen sein sollen.

Öffner-Schütze müssen nicht durch Hilfsenerige angezogen sein, um den Hauptstromkreis über ihre Hauptkontakte zu schliesen. Die Hauptkontakte sind beim ruhenden Schütz bereits geschlossen.

Nachteile von Öffner-Schütze:

Öffner-Schütze sind für sicherheitsrelevante Schaltungen nur bedingt einsetzbar.

In der Maschienensicherheit gilt: Fällt die Steuerung aus, dann muß die Maschine stromfrei geschalten werden. Schließer-Schütze öffnen ihre Hauptkontakte automatisch, sobald sie selbst nicht mehr mit Hilfsenergie versorgt werden.

Schaltungen mit Öffner-Schütze benötigen daher vorgeschaltete Hauptschütze oder andere Abschalteinrichtungen.

Beispiel-Anwendung: Kurzschließen

[rechtes Bild]

Ein Schütz mit Öffnerkontakten eignet sich beispielsweiße in Sicherheitsschaltung für das Kurzschließen von Spulen wie Hochvolt-Trafos. Mit einem Öffner-Schütz, auch NC-Schütz genannt, könnte die Sekundärseite eines Hochvolttrafos bei ausgeschalteter Anlage ständig kurzgeschlossen und geerdet gewerden.

Erst bei aktiver und fehlerfreier Steuerung erfolgt die Ansteuerung und Erregung des Schütz (K1): Mit Öffnen seiner Hauptkontakte wird der Kurzschluss und die Erdung beendet. Die Sekundärspannung steht nun bereit.

Beispiel Öffner-Schütz

Schütz mit Öffner zur Netzumschaltung

Beispiel-Anwendung: Netzumschaltung

[linkes Bild]

Beispielsweiße sogenannten Netzumschaltungen zwischen NETZ-Versorgung und NOTSTROM-Betrieb könnten mit Öffner-Schützen realisiert werden.

Wenn die Notstrom-Versorgung bereit steht, dann kann mit der Notstrom-Energie das Öffner-Schütz (K1) und anschließend das Schließer-Schütz (K2) erregt werden. Durch das Öffnen des K1 wird die Netz-Verbindung getrennt und durch das Schließen des K2 Schütz wird der Generator zugeschalten.

Für den Notstrombetrieb müssen die Spulen beider Schütze bestromt und versorgt werden.

Damit die Hauptkontakte der beiden Schütze nicht zeitgleich geschlossen sind, sollte die Spule des K2-Schütz über den Schließer-Hilfskontakt 13/14 des K1-Schütz geschalten werden. Somit wird der Schütz K2-Schütz erst eingeschalten, nachdem Schütz K1 erregt und seine Hauptkontakte geöffnet haben.

Schuetze mit 4 Oeffner

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